Taschenbuch
140 Seiten
ISBN 978-3-944503-28-8
Jens Winter
Im langen Sommer geboren
Roman
Auf sexpositiven Partys, Veranstaltungen im Kulturmilieu, im ICE und in antideutschen Szenekneipen Neuköllns stößt ein namenloser Ich-Erzähler auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen Linken. Er ist mit dem, was er erlebt, zusehends überfordert.
Überall trifft er auf ehemalige Freunde, Mitbewohner und Bekannte. Über die Jahre haben sich immer mehr Themen angestaut, über die sie nicht mehr miteinander reden können – wie Israel, ihr Geschlecht oder den Islam. Da ist Michel, der in den USA eine Doktorarbeit über Sklaverei oder Genozide schreibt, »weil man in Deutschland bei allen Diskursen so hinterherhängt«. Da ist Patrick, der in Brandenburg auf den »Spuren Preußens« wandelt, »um zu sehen, wie tief die Disziplin in uns verankert ist«. Und da ist Pois, der dem Erzähler irgendwie ähnlich ist, aber immer noch Witze über Merkel macht.
Und besitzt Max Czollek eigentlich wirklich nur dieses eine Basecap?
Mit scheinbarer Naivität und bösem Witz zeichnet Jens Winter eine Topographie der deutschen Linken im Stadium fortgeschrittenen Zerfalls.
Buchpremiere am 12. Juni 2025 im Literaturforum im Brecht-Haus (Berlin)
»So desillusioniert wie Christian Kracht und so unbedarft wie der kleine Nick«
– Philipp Felsch
»Ideologiekritik, ausnahmsweise mal auf das eigene Ticket-Denken angewandt.«
– Mirko Große-Bordewick, nd
»Neuer Punk, neue Wege«
– Lars Hartmann, Aisthesis
»Es handelt sich bei diesem Buch nicht um eine Fiktion oder eine Dystopie – es sind reale Lebenswelten, die da geschildert werden. […] Das Zulassen seines eigenen Empfindens, das den schonungslosen Blick auf das ihn umgebende Kollektiv nicht scheut, macht es zu einem gelungenen Debüt.«
– Jakob Goubran, Versorgerin
»Ein Mann versteht die Welt nicht mehr. Eben noch trugen doch alle um ihn herum dieselben Klamotten, tranken dieselben Getränke und vertraten dieselben Ansichten. Und dann? Postmoderne, Islamisten, Corona, Krieg und Krise: Plötzlich sind alle zerstritten. Von der Szene, die einst antideutsch hieß, scheint nur noch wenig übrig zu sein. Durch ihre Ruinen schlendert der Protagonist in Jens Winters Debütroman.«
– Leander F. Badura, der Freitag
»Normalerweise wird ein Autor dem Publikum vor seiner Lesung vorgestellt. Normalerweise, das heißt, wenn das Buch, um das es geht, bei einem großen deutschen Verlag erschienen ist, wenn es sich um eine offizielle und meist langweilige Veranstaltung in einem altmodischen Literaturhaus, in einer leblosen Bar oder auf einer anonymen Buchmesse handelt. Nichts davon war Mitte Juli der Fall, als ich mit ungefähr zwanzig anderen, hauptsächlich jungen Menschen in einem stickigen Wiener Kellerraum hockte. Jens Winter, der Autor – Anfang 30, Gelfrisur, weißes Ralph-Lauren-Hemd –, der zwei Meter vor mir saß, neben hyperrealistischen Ronaldo-Gemälden, vollgestellten Bücherregalen und hinter einem kleinen Tisch mit der einzigen im Raum brennenden Lampe darauf, wurde von niemandem vorgestellt. Er räusperte sich, nachdem jemand die Tür zur Straße geschlossen hatte, sagte ›schönen guten Abend‹ und fing an, aus seinem ersten Roman ›Im langen Sommer geboren‹ zu lesen, der vor zwei Monaten beim sehr kleinen Berliner XS-Verlag erschienen ist.«
– Zelda Biller, Die Zeit
Über den Autor
Jens Winter, geboren 1992 in Würzburg, studierte Volkswirtschaftslehre und Kulturwissenschaft in München und Berlin. Als freier Autor schreibt er u.a. für taz und Jungle World. Er lebt in Berlin. Im langen Sommer geboren ist sein Debütroman.



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